Test: der brandneue DogBus

Test: der brandneue DogBus

27. Februar 2021

Komfortabel durch Federung und geländegängig


Der DogBus wurde mir vom Hersteller als kostenloser Testanhänger zur Verfügung gestellt.


Wer beim Hundeanhänger auf eine Federung nicht verzichten will, ist mit dem DogBus gut bedient.

Das Verdeck des Anhängers lässt sich an vielen Stellen öffnen, was optimal für die Gewöhnung und gut für die Belüftung ist. Einzigartig ist die seitliche Öffnung, die ich mir ganz gut vorstellen kann, wenn der Anhänger als Ruheplatz dient. Für die Gewöhnung ist sie auch durchaus vorteilhaft, denn je offener die Box, um so geringer die Hemmschwelle.

Oben, seitlich und vorne ist Netz verarbeitet. Ein Regenschutz sollte unbedingt als Zubehör hinzu gekauft werden, denn so hält der Anhänger auch keinem noch so kurzen Schauer Stand.

Gut gefallen mir die Verschlüsse vorne und hinten, die es erlauben, das Verdeck auf halber Höhe zu fixieren.

Das Textil ist auffallend gröber gewebt als das von Croozer, Burley und Co. Doch die Nähte wirken solide. Ob die grobmaschige Gewebestruktur nachteilig ist, wird der Langzeittest zeigen.

In der Regel teste ich ein Produkt gerne ausgiebiger, um auch etwas über die Langlebigkeit sagen zu können. Weil ich mich aufgrund der vielen Anfragen nach diesem Hundanhänger zu einem baldigen Erfahrungsbericht entschieden habe, muss ich diesen Aspekt erst mal ausklammern.

Größe M ist für Napoli (20 kg / 57 cm Schulterhöhe) gerade so ausreichend. Ursprünglich war geplant, den etwas kleineren Nachbarshund an den Anhänger zu gewöhnen. Deshalb die Größenwahl. Weil ich das Vorhaben mit dem Nachbarskumpel aber für gescheitert erklären muss, ist Napoli als Testfahrer eingesprungen. Glücklicherweise hat auch er gerade so Platz im Hundeanhänger. Und um es gleich vorweg zu nehmen: er fährt sehr gerne damit.

Bleiben wir zunächst bei der Größe: Liegend hat Napoli gut Platz, sitzend stößt er oben an oder muss bei offenem Verdeck vorne heraus schauen. Also verhält sich mein kleiner Testfahrer optimal in Bezug auf die Kippgefahr und legt sich meist hin, sobald er eingestiegen ist. Das Wenden ist dann doch etwas beengt, so dass mein Hund vorzugsweise vorne heraus springt. Fazit: die Größe ist gerade noch vertretbar, Größe L würde nicht schaden.

Für mich als Radfreak mit "Biorad" (ohne Elektroanschub) sind die Aspekte Laufruhe und Gewicht von Bedeutung. Es muss mir einfach Spaß machen, den Anhänger dabei zu haben. Und der DogBus ist so ein Anhänger. Als ich ihn zusammenbaute, erinnerte er mich optisch stark an meinen ungeliebten Doggy Ride. Doch unterwegs war das Fahrgefühl auf jedem Terrain positiv.

Der DogBus ist derzeit einer der wenigen Hundeanhänger mit Federung. Sie lässt sich auf das Hundegewicht einstellen. Obwohl ich die Meinung vertrete, dass eine Federung oder Dämpfung ganz gut durch eine dicke Matratze und Balloonreifen kompensiert werden kann, bin ich recht beeindruckt von der Wirkungsweise. Möglicherweise ist sie ja der Grund, weshalb mein tierischer Mitfahrer so entspannt im Anhänger liegt.
Durch die Federung liegt der Schwerpunkt des DogBus trotz der kleinen 16 Zoll Laufräder recht hoch, was ich aber bislang nicht als Nachteil empfunden habe. Er hat sich auch auf unebenen Wegen als recht kippstabil erwiesen. Fahrsequenzen gibt es demnächst im Video weiter unten.

Der Unterbau wurde so konzipiert, dass der Anhänger auch ohne Laufräder sehr fest steht, was immens wichtig für die Gewöhnung ist.

Deichsel und Kupplung ähneln denen der Billiganhänger. Das Handling des An- und Abkuppelns ist gar nicht zu bemängeln. Aufgefallen ist mir aber, dass sich die Kupplung in Verbindung mit der Deichsel beim Fahren verdreht. Dadurch löst sich der Schnellspanner (oder die Verschraubung einer Steckachse), was suboptimal ist. Dieses Phänomen habe ich bislang nur bei meinem Doggy Ride und beim DogBus erlebt. Bei keinem anderen System. Animal Shopping bietet als Zubehör eine verdrehsichere Kupplung, die auf jeden Fall zu empfehlen ist, sofern sich das Fahrrad dafür eignet.

Was mir an der Deichsel nicht gefällt, ist das Federelement, das man genau so bei Billiganhängern findet. Ich bin der Meinung, es begünstigt Überschläge des Hundeanhängers, kann das technisch aber nicht belegen.

Die Deichsel wird anders als bei den meisten zweirädrigen Fahrradanhängern eher mittig eingehängt. Zudem ist sie stark gekrümmt. Der Anhänger läuft so recht schön mittig hinter dem Fahrrad, was überall dort von Vorteil ist, wo man hinten Augen bräuchte. So zum Beispiel bei der Fahrt über einen Bürgersteig. Durch die stark gekrümmte Deichsel hat der Anhänger an einem 26 Zoll Fahrrad einen besonders kleinen Wendekreis.

Die Feststellbremsen des DogBus funktionieren gut. Ihre Montage ist zwar extrem fummelig, doch ich nehme an, der Hersteller wird diesen Punkt noch überarbeiten.

Auf beiden Seiten lassen sich die Räder blockieren, doch bereits ein festgestelltes Rad und der Anhänger steht sehr sicher. Übrigens ebenfalls ein Pluspunkt für die Gewöhnung und überall dort, wo der Hundeanhänger als Ruheplatz dienen soll.

Sinnvoll sind die Verstrebung auf der Innenseite des Fahrradanhängers.

Es gibt Hunde, die sich gerne an etwas hinkuscheln und wenn das die Seitenwand des Hundeanhängers ist, würde sich das Textil ohne diese Verstrebungen gegen das Laufrad drücken. Im Fahrbetrieb wäre so in null-komma-nichts ein Schaden entstanden.

Wir haben zum Testen zusätzlich die richtig dicke, viskoelastische Matratze bekommen, die ich toll finde. Ich glaube, dass sie für ordentlich Fahrkomfort sorgt. Ihr Bezug ist abnehmbar, was gar nicht oft nötig sein wird. Denn er lässt sich gut abwischen. Im Sommer könnte er meiner Meinung nach sogar etwas kühlen, in der kälteren Jahreszeit legt man halt noch eine Decke drauf.

Weil Napoli sozusagen bekennender Cabriofahrer ist und ich das vordere Verdeck meist geöffnet habe, mussten Stopper angebracht werden, die ihn im Falle einer abrupten Bremsung auffangen. Anbringen lassen sich die Zurrgurte ganz einfach am Gestänge des Anhängers.

Das Zusammenlegen und Aufbauen dauert beim DogBus ähnlich vielen anderen Hundeanhängern. In dieser Kategorie bleibt der Burley Tail Wagon weiterhin unangefochtener Sieger.

Zu guter Letzt liegt mir noch das Thema Zuladung am Herzen. TrendPet gibt 70 kg maximale Zuladung an. In der Gebrauchsanleitung lässt sich nachlesen, dass dieser Wert für die Schiebefunktion gilt - also wenn man den Anhänger als Buggy benutzt. Häufig werden Hundehalter irre geleitet, weil sie hier 45 kg lesen, dort 70 kg oder sogar 80 kg. Diese Angaben sind mir Vorsicht zu genießen!! Sie sagen nämlich meist nichts über die Stabilität eines Anhängers aus. Die hochwertigen Fahrradanhänger sind meist mit mehr als 45 kg beladbar. Nur empfehlen die Fahrradbranche und das Straßenverkehrsministerium eine maximale Zuladung von 40 kg. Weil sonst die Belastung für Fahrradbremsen und Fahrradrahmen gefährlich hoch sind.

Der Anhänger hat übrigens kein Staufach. Weil ich immer mindestens zwei Schlösser dabei habe, bin ich im Netz auf die Suche nach einer Lösung gegangen und möchte meinen Fund hier mit Euch teilen. Es können an verschiedenen Stellen des Hundeanhängers zwei dieser Taschen angebracht werden, die für unter 10 Euro bei Amazon erhältlich sind.
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Hier geht's zum Video