Test: Burley Tail Wagon Facelift 2022

Test: Burley Tail Wagon Facelift 2022

8. Juni 2022

Unangefochten der sportlichste aller Hundeanhänger


Mit einem selbst gekauften Tail Wagon hat 2015 die "Radlhund Geschichte" begonnen. Mittlerweile kooperiere ich mit Burley und habe das neue Modell kostenfrei erhalten. Seit April habe ich den neuen Anhänger schon häufig in den Bergen eingesetzt und während eines dreiwöchigen Urlaubs in Kroatien über lange Ruppelpisten gezogen. Napoli und ich haben uns ein bißchen neu verliebt in diesen Anhänger.


Was mich schon immer am Burley Tail Wagon Hundeanhänger begeistert hat: sein geringes Gewicht und die Leichtigkeit, mit der er sich im Auto verstauen lässt. Als Camper, der gerne wild steht, verlade ich Rad und Fahrradanhänger im Urlaub fast täglich - und das muss schnell gehen, sonst bremst es den Spaß.

Die Geometrie und das grundsätzliche Konzept des Anhängers sind gleich geblieben. Ebenso sind die verwendeten Materialien hochwertig geblieben und die Verarbeitung ist gewohnt topp! Alle Elemente sind minimalistisch - also simpel und leicht. Eben das, was den Burley Tail Wagon so besonders macht. Er zählt für mich eindeutig zu den wertigen Hundeanhängern. Im Vergleich zum ebenfalls 2022 auf den Markt gebrachten Burley Bark Ranger spricht der Tail Wagon eher die sportlichen Radfahrer an, die vielleicht noch mit Biorad unterwegs sind, sich auf unbekannte Pfade wagen, für die Robustheit bei niedrigem Gewicht das wichtigste ist. Und im Vergleich zu anderen Hundeanhängern sieht er doch einfach spritzig aus, oder?

Mit einem geländetauglichen Anhänger kann man sich ruhig mal im Acker verirren.

Je leichter der Anhänger umso einfacher das Überwinden aller Arten von Hindernissen.

Mit Innenmaßen von 73 x 44 cm ist der Anhänger mehr breit als lang und eignet sich daher gut für zwei Hunde. Napoli hat darin ausreichend Platz. Störend empfinde ich nur das Gestänge in einer Höhe von etwa 53 cm, das sich genau im Bereich vom Kopf meines sitzenden Hundes befindet.

Geometrie und Maße sind identisch mit dem Vorgängermodell.

Durch die Breite und die Bauweise (Radachse oberhalb des Unterbodens) ist der Anhänger recht kippstabil. Was nicht bedeutet, dass er nicht kippen kann. Mehr zu dem Thema hier.

Diese Bauweise ist gleich dem Vorgängermodell.

An Bodenplatte und im Unterbodenbereich des Tail Wagon hat sich wenig getan. Die Bodenplatte ist aus einem Wabenkunststoff und darin vermute ich den Grund, dass der Anhänger nur für eine maximale Zuladung von 34 kg "zugelassen" ist. Denn der Aluminiumrahmen ist super stabil.

Übrigens steht der Anhänger oder Räder plan, was super für die Gewöhnung ist.

Mit dem Verdeck stand ich schon immer auf Kriegsfuß. Es lässt sich komplett abnehmen, vorne und / oder hinten hochrollen. Zum einen ist das Hochrollen nichts, was man während einer Radtour häufig verändern möchte. Ständiges rein, raus und Verdeck öffnen und schließen macht eindeutig keinen Spaß. Zum anderen bietet es hochgerollt und auch verschlossen keinen ausreichenden Schatten weil es großflächig mit Netz versehen ist. Und nun kommen wir zur ersten Abweichung vom Vorgängermodell: beim aktuellen Modell hat man auf den Regenschutz verzichtet. Der Anhänger hält nicht ansatzweise einem Regen stand und es gibt auch keinen Schutz als Zubehör.

Am Ende des Artikels dazu noch einen Tipp.

Befestigung mit Druckknöpfen
Befestigung mit Gummilaschen

Deichsel und Kupplungsteil sind unverändert geblieben. Auch hier gilt wieder: Minimalismus beschert Gewichtsreduktion. Es gibt Nutzer, die das Ankoppeln ans Rad hakelig empfinden - ich mag die Kupplung. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass die Elemente vom Prinzip her über Jahrzehnte gleich geblieben sind und auch an den Burley Kinderanhängern verbaut werden.

Im hinteren Bereich gibt es eine Einstiegsklappe, die geöffnet werden kann damit auch ältere Hunde leicht einsteigen können. Gut gedacht, schlecht umgesetzt. Denn wer mag schon jedes Mal um's Rad herum gehen und zwei Gurtschnallen öffnen?

Die Klappe ebenso wie die darin verarbeitete Netztasche gab es schon beim alten Modell.

Übrigens wäre ich vorsichtig, was ich in die Taschen stecke. Auf Holperwegen hüpfen schwere Teile wie ein Fahrradschloss leicht heraus.

Der neue Burley Tail Wagon hat KEINE Feststellbremse mehr, was ich nicht so tragisch finde. Ich nutze eine Feststellbremse zwar gern wenn sie gut funktioniert und leicht erreichbar ist. Beides traf auf die Bremse des Tail Wagon aber nicht zu.

Tipp

Mit breiteren Reifen lässt sich mehr Dämpfung erreichen. Mehr dazu findest Du hier. Eine dicke Matratze sollte selbstverständlich sein.

Übrigens: wenn ich auf Mehrtagestour unterwegs bin, verwende ich meine 5 cm dicke Isomatte als Unterlage im Hundeanhänger. Die passt in den Tail Wagon problemlos hinein.

Tipp

Mir fehlt bei vielen Hundeanhängern Stauraum. Für meine Fahrradschlösser, Gassibeutel oder Leinen behelfe ich mir gerne mit Rahmentaschen, die es in allen möglichen Ausführungen gibt. Sie passen nie perfekt, doch meist irgendwie.

Tipp

Im Urlaub habe ich einen selbstgenähten Sonnenschutz getestet, der sich schon mal super bewährt hat. Über dem originalen Verdeck sollte er auch eine Regenschutzfunktion erfüllen, was es noch zu testen gilt. Bei Interesse schreibt mir, damit ich Euch verständigen kann, wenn der Schutz marktfähig ist.
katrin@radlhund.de

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