Test: Comfort Wagon, der beliebte

Test: Comfort Wagon, der beliebte

29. September 2021

Langjährig erprobt und sehr beliebt ist dieser Hundeanhänger von Petego


Der Petego Comfort Wagon wurde mir vom Händler als kostenloser Testanhänger zur Verfügung gestellt.


Wer beim Hundeanhänger auf eine Federung nicht verzichten will, landet zwangsläufig bei den Modellen DogBus oder Comfort Wagon. Beide sind ausschließlich beim Norddeutschen Versandhandel Animal Shopping erhältlich und damit beim lokalen Händler nicht zu begutachten. Außerdem sehen beide Modelle optisch so ähnlich aus. Da hat man wirklich die Qual der Wahl.

Den Petego Comfort Wagon gibt es bereits viele Jahre auf dem Markt. Er erfreut sich großer Beliebtheit und gilt als zuverlässiger Begleiter auch im rauhen Gelände. Animal Shopping hat für den hiesigen Markt die ausschließliche Vertriebslizenz. Da der deutsche Distributeur im Laufe der Jahre doch ein paar Schwachstellen am Comfort Wagon erkannt hat, beschloss man in 2020 mit dem DogBus einen eigenen Anhänger auf den Markt zu bringen. Im Prinzip eine Kopie des Petego mit ein paar Optimierungen.

Nahezu identisch ist das Verdeckkonzept.

Es lässt sich an vielen Stellen öffnen, was optimal für die Gewöhnung und gut für die Belüftung ist. Rundherum wird mit dichtem Gewebe und Netz variiert.

Einzigartig bei beiden Hundeanhängermodellen ist die seitliche Öffnung, die gerne geöffnet wird, wenn der Anhänger als Ruheplatz dient. Für die Gewöhnung ist sie auch durchaus vorteilhaft, denn je offener die Box, um so geringer die Hemmschwelle.

Die obere Luke ist beim Petego im Vergleich zum DogBus aus dichtem Gewebe. Es befinden sich zahreiche Öffnungen im Dach, deren Funktion mir nicht klar ist. Sicher ist nur, dass sie Regen hindurch lassen.

Gut gefallen mir die Verschlüsse vorne und hinten, die es erlauben, das Verdeck auf halber Höhe zu fixieren.

Die Geometrie der beiden Hundeanhänger ist nahezu identisch. Im Foto beide Modelle in Größe M.

Sitzend überragt Napoli den Anhänger deutlich. Das funktioniert nur, wenn das vordere Verdeck zumindest im oberen Teil geöffnet ist. Muss er sich zum Aussteigen im Anhänger umdrehen, wird es durch die fehlende Höhe ungemütlich, so dass er bevorzugt vorne heraus springt.
Liegend hat mein Hund im Anhänger gut Platz.

Die Räder werden mittels bewährter Drucktastenmechanik befestigt.

Die Federung dürfte 1:1 die gleiche sein wie sie der DogBus besitzt. Obwohl ich die Meinung vertrete, dass eine Federung oder Dämpfung ganz gut durch eine dicke Matratze und Balloonreifen kompensiert werden kann, bin ich recht beeindruckt von der Wirkungsweise. Möglicherweise ist sie ja der Grund, weshalb mein tierischer Mitfahrer so entspannt im Anhänger liegt.

Durch die Federung liegt der Schwerpunkt des DogBus trotz der kleinen 16 Zoll Laufräder recht hoch, was ich aber bislang nicht als Nachteil empfunden habe. Er hat sich auch auf unebenen Wegen als recht kippstabil erwiesen.

Der Petego Comfort Wagon hat keine Feststellbremse. Unterhalb der Federelemente sind Klettbänder angebracht, die durch die Speichen gefädelt eine Feststellbremse ersetzen sollen. Allerdings ist das viel zu fummelig und blockiert das Rad auch nicht zuverlässig.

Die Bodenplatte des Petego Comfort Wagon besteht aus einer Kunststoffplatte (die des DogBus aus Aluminium). Hierin sehe ich einen deutlichen Unterschied. Zum einen gibt es Nutzer, denen der Kunststoffboden gebrochen ist. Zum anderen dürfte das Material dafür sorgen, dass mein Testanhänger im Fahrbetrieb recht scheppert. Meines Erachtens ein Zusammenspiel aus Kunststoffboden und Deichselbefestigung.

Anders als der DogBus besitzt der Comfort Wagon eine Doppeldeichsel, die zwar sehr rasch eingesteckt und mit Splinten befestigt wird. Doch haben die Steckverbindung und auch die Löcher für die Splinte so viel Spiel, dass sie auf Forstwegen klappern. In Foren teilen sich diesbezüglich die Geister und ich könnte mir vorstellen, dass hier Produktüberarbeitungen, Lieferantenwechsel oder sonstiges für eine Verschlechterung geführt haben. Anders kann ich mir nicht erklären, warum manche Anhänger sehr störende Geräusche von sich geben und gleichzeitig so viele andere Nutzer diesbezüglich keine Probleme haben.

Deichsel und Kupplung ähneln denen der Billiganhänger. Das Handling des An- und Abkuppelns ist gar nicht zu bemängeln. Aufgefallen ist mir aber, dass sich die Kupplung in Verbindung mit der Deichsel beim Fahren verdreht. Dadurch löst sich der Schnellspanner (oder die Verschraubung einer Steckachse), was suboptimal ist. Dieses Phänomen habe ich bislang nur bei meinem Doggy Ride und beim DogBus erlebt. Bei keinem anderen System. Animal Shopping bietet als Zubehör eine verdrehsichere Kupplung, die auf jeden Fall zu empfehlen ist, sofern sich das Fahrrad dafür eigne

Der Rahmen sowie die Mechanismen für das Zusammenlegen des Hundeanhängers sind bei DogBus und Comfort Wagon die gleichen.

Im Dach werden die Querverbindung gelöst, worauf die Seitenteile eingeklappt werden können. Beim Aufbau ist darauf zu achten, dass das Verdeck richtig sitzt, sonst lassen sich die Querverbindungen nicht wieder ineinander stecken.
Das System ist nicht schlecht, an das solide und superschnelle Konzept des Burley Tail Wagon kommt es nicht hin.

Hier im Foto sind zwei funktionale Dinge zu sehen:
die seitliche Verstrebung, die verhindern soll, dass der Hund sich an das Gewebe kuschelt und dieses so stark ausbeult, dass es am Rad schleift.
Am Boden sieht man die metallene Schlaufe, für die Befestigung von Hundeleinen.

Wir haben zum Testen zusätzlich die richtig dicke, viskoelastische Matratze bekommen, die ich toll finde. Ich glaube, dass sie für ordentlich Fahrkomfort sorgt. Ihr Bezug ist abnehmbar, was gar nicht oft nötig sein wird. Denn er lässt sich gut abwischen. Im Sommer könnte er meiner Meinung nach sogar etwas kühlen, in der kälteren Jahreszeit legt man halt noch eine Decke drauf.

Es passen für DogBus und Comfort Wagon dieselben Matratzen.

Weil Napoli sozusagen bekennender Cabriofahrer ist und ich das vordere Verdeck meist geöffnet habe, mussten Stopper angebracht werden, die ihn im Falle einer abrupten Bremsung auffangen. Anbringen lassen sich die Zurrgurte ganz einfach am Gestänge des Anhängers.

Der Anhänger hat übrigens kein Staufach. Weil ich immer mindestens zwei Schlösser dabei habe, habe ich innen zwei Rahmentaschen befestigt.

Das Regencover haben wir auch getestet, denn ohne sollte man besser nicht unterwegs sein.

Dieses Zubehör bekommt von mir nur wenige Sternchen. Zum einen hat die Plastikhülle ein großes Packmaß, zum anderen endet sie hinten bereits weit oben, was zu ordentlichem Wassereintritt führen kann. Die seitlichen Netze bleiben übrigens auch ungeschützt.

Das Regencover ist für DogBus und Comfort Wagon ähnlich. Es unterscheidet sich nur durch die Befestigungspunkte.