Test: electrail - Anschub von hinten

Test: electrail - Anschub von hinten

25. März 2020
, ,

Wer uns folgt weiß, wir fahren noch ohne eBike. Das hat verschiedene gute Gründe. Und doch wünsche ich mir gelegentlich Unterstützung wenn es allzu schweißtreibend wird. So war ich interessiert, als ich vom Elektroanschub für den Anhänger erfuhr: electrail.
An einem Nachmittag im Frühjahr durfte ich einen Anhänger mit Motor testen. Aber nun der Reihe nach.

Das System kann mit jedem Fahrrad betrieben werden und ist daher eine Alternative für Leute wie mich, die gern weiterhin ein normales Rad nutzen möchten.

Der Antrieb besteht aus drei Komponenten:

  • dem Motor, der an einem der Anhängerräder fest verbaut ist
  • dem Funksender, der mit Klettband am Pedal befestigt wird
  • der eBox, die Akku und Motorsteuerung beinhaltet

Zwischen Fahrrad und Anhänger funktioniert die Kommunikation per Funk. Der Motor am Laufrad und die im Anhänger befindliche eBox sind mit Kabel verbunden. Auf diese Weise kann der Anhänger mit nur wenigen Handgriffen an ein anderes Zugrad angekoppelt werden. Nur der Funksender wird am entsprechenden Pedal angeklettet.

Die Batterie, die irgendwo im Anhänger verstaut werden muss.
Beim Testanhänger lag sie im Fußraum des Kinderanhängers. Die Box ist nicht klein und man muss sich überlegen, wo sie im Hundeanhänger verstaut/befestigt werden soll.

Soweit so gut. Aber wie funktioniert es im Fahrbetrieb?
Es gibt drei Unterstützungsstufen, die man hoch- (oder runter-) schaltet, indem man eine halbe Pedalumdrehung nach HINTEN macht. Wer früher ein Rad mit Rücktrittbremse gefahren ist, muss sich das in Etwa so vorstellen als würde man kurz und präzise abbremsen.

Die jeweilige Unterstützungsstufe wird durch ein farbiges Licht am Sensor angezeigt, was fahrend natürlich schlecht kontrolliert werden kann. Und so habe ich mich zu Beginn recht schwer getan. Es dauerte eine Weile, bis ich den Dreh mit dem Rückwärtskick heraus hatte und ich habe in der Stunde Fahrzeit eigentlich nie gewußt, auf welchem Niveau der Anschub mich gerade unterstützt.
Sicherlich ist das eine Sache der Gewöhnung. Die Notwendigkeit, RECHTZEITIG einen "Gang höher zu schalten", muss sehr gut verinnerlicht werden. Denn am Berg nochmal kurz rückwärts treten - das funktioniert nicht wirklich.

Video eins: ein steiler Anstieg, den ich zunächst zwar mit Anschub versucht hatte, doch leider hatte ich vergessen, rechtzeitig in einen leichteren Gang zu schalten.

Video zwei: derselbe Anstieg wieder mit Anschub und diesmal auf dem kleinsten Ritzel. Dieses Mal konnte ich den wirklich steilen Hügel hinauf radeln mit Hund im Anhänger und Satteltaschen am Rad.

Wer sich jetzt freut, dass er eine Lösung für sich gefunden hat, der hält bitte noch mal kurz inne. Das System gibt es nicht für jeden Hundeanhänger. Von den auf dieser Webseite besprochenen Anhängern lässt sich lediglich der Burley Tail Wagon umrüsten. VORSICHT: auf der Homepage von electrail wird auch ein Nachrüstkit für den Croozer Dog angeboten. Doch lediglich der Croozer Dog Peppa - die kleinste Version - hat ein 16" Laufrad. Also passt das Kit nur für diese Größe.